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Sprachen lernen.

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Unser Haus ist montags – donnerstags von 08:00 – 20:00 und freitags von 08:00 bis 16:00 Uhr nach Terminvereinbarung für Sie geöffnet!
Tel. 0231/838000 oder schreiben Sie uns eine E-Mail unter info@auslandsgesellschaft.de. Bleiben Sie gesund!

Das neue Semester des Fremdsprachenbereichs hat am 30.08.2021 begonnen. Für die Schülerkurse in den Herbstferien sind noch Anmeldungen möglich!
Info & Anmeldung: Dr. André Menke, fon: 0231 . 838 00 21, mail: menke@auslandsgesellschaft.de / Dominic Melang, fon: 0231 . 838 00 38, mail: melang@auslandsgesellschaft.de

Deutsch-Intensivkurse online bei der Auslandsgesellschaft
Auch die Deutsch-Intensivkurse finden seit dem 15.09.2021 wieder in Präsenz in der Aulandsgesellschaft.de statt.
Wir freuen uns, Sie bald wieder im Haus begrüßen zu dürfen!
Info & Anmeldung: Christanna Charmpa, fon: 0231 . 838 00 93, mail: charmpa@auslandsgesellschaft.de

Kursfinder

Über dieses Modul können Sie die Kurse anhand der vorausgewählten Sprache finden.

Ich habe mich eigentlich auf eine offizielle Veranstaltung im Landtag eingestimmt. Ich wollte mich und die Auslandsgesellschaft der russischen Delegation aus der Region Saratow vorstellen und Bescheid sagen, dass ich den folgenden Termin am Sonntag für sie organisiert habe. Doch sobald ich die Gäste aus Russland gesehen habe, wurde mir klar, das wird keine trockene Protokollveranstaltung sein.

Ich habe die Gruppe bereits auf dem Foto  gesehen. Und dann plötzlich standen sie vor mir an der Haltestelle. Man konnte sie mit keinen anderen Jugendlichen verwechseln – so ausdrucksvoll waren ihre Gesichter, so charismatisch war ihre Ausstrahlung!

Ich habe ein kleines Grüppchen auf Russisch angesprochen: „Fahrt ihr auch zum Landtag?“ In wenigen Minuten, ganz spontan haben wir uns kennengelernt. Sie sind junge Aktivisten der deutschen Klubs aus der Region Saratow an der Wolga. Die meisten sind Russlanddeutsche. Sie sind auf Einladung des Vereins „Kulturbrücke Wuppertal – Engels“ und des Büros des Landtagsabgeordneten Werner Jostmeier für einige Tage nach Deutschland gekommen, um ihr Theaterstück zu zeigen. Also, eine Gastspielreise! Wie einer meiner neuen Bekannten gescherzt hat: „Professionelle Schauspieler studieren jahrelang uns spielen dann das ganze Leben in den Theatern in der Provinz, und wir, nicht-professionelle Schauspieler, haben bereits Gastspielreisen im Ausland!“

Sie sind sehr wissbegierig. Sie wollen alles wissen. Im Landtag stellen sie viele Fragen über das politische System Deutschlands und des Landes NRW. Aber auch an meiner eigenen Geschichte haben sie ein großes Interesse. „Wie ist das Leben in Deutschland? Wie oft fährst du nach Hause? Welche Unterschiede zwischen Russen und Deutschen hast du bemerkt?“ Wir haben uns schnell angefreundet und ich habe sie alle ins Herz geschlossen.

Ich war sehr gespannt auf das Theaterstück und wollte meine neuen Bekannten nun mal endlich auf der Bühne sehen. Im Theaterstück, das am Sonntag in Wuppertal aufgeführt wurde, sollte es sich um die Tragik der Deportation der Sowjetdeutschen im Jahre 1941 handeln. Doch es fängt wie eine Komödie an. Ein unbeschwertes Leben einfacher Menschen, Russen und Deutschen, in der Stadt Engels an der Wolga…Ein junger Poet kann nicht entscheiden, in welche der drei Frauen er verliebt ist. Am Ende stimmt sein Herz der jungen deutschen Frau Erna zu. Plötzlich steht ein NKWD-Offizier auf der Bühne und liest den Dekret  des Obersten Sowjets der UdSSR vom 28. August 1941 über die Deportation der Sowjetdeutschen vor. Erna und ihre Verwandten müssen sofort ihre Sachen packen und werden von dem Offizier abgeholt. Die erst angefangene Liebesgeschichte nimmt ein tragisches Ende. Im Anschluss singt der Chor das Lied der Moorsoldaten, die Hymne der Gefangenen der Konzentration- und Arbeitslager. Das geht mir unter die Haut.

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Man hatte viele Fragen an die Schauspieler. Was bewegt junge Menschen in ihrer Freizeit, sich mit der Geschichte zu beschäftigen und sie künstlerisch aufzuarbeiten. „Wir wollen unsere Vergangenheit besser kennen lernen. Das, was Sie gerade auf der Bühne gesehen haben, ist auch in unserer eigenen Familien passiert“.

Durch diese Begegnung habe ich einen Faden zwischen Russland und Deutschland für mich gefunden, ich glaube einen festen Faden. Auf einer Seite junge Menschen mit deutschen (und nicht nur deutschen) Wurzeln, die in Russland leben und Kontakt zu Deutschland halten, auf der anderen Seite ich, Russin, die Deutschland liebt und ein großes Interesse an die deutsch-russischen Begegnungen hat und diese im Rahmen des  Projektes „Deutsch-Russische Akademie Ruhr“ unterstützt.

*  Die Auslandsgesellschaft und die Deutsch-Russische Akademie Ruhr arbeitet mit den Partnern aus der Politik Zusammen. Das Projekt ist aber unparteiisch und vertritt keine Interessen der politischen Parteien oder Bewegungen.


Вообще-то я настроилась на официальное мероприятие в Ландтаге (земельном парламенте). Я собралась представить себя и нашу организацию Auslandsgesellschaft и сообщить, что я организовала мероприятие в воскресенье для наших гостей и России. Но как только я увидела наших гостей, я поняла, что это мероприятие не будет официальным протокольным мероприятием.

До этого я видела эту группу ребят на фото для плаката к их постновке. И вдруг они стоят передо мной на остановке. Их нельзя было перепутать с другими молодыми людьми – настолько выразительные и харизматичные лица.

Я спросила их по-русски: „Вы тоже едете в Ландтаг?» И всего за несколько минут, спонтанно, на оснановке и в трамвае, пока мы ехали в Ландтаг, мы познкомились. Они молодые активисты немецких культурных автономий из Саратовского региона и других городов. Большинство из них российские немцы. Они приехали по приглашению общества «Культурный мост Вупперталь – Энгельс»  и депутата Ландтага Вернера Йостмайера на несколько дней в Германию, чтобы представить свой спектакль. В общем, гастроли. Один из моих новых знакомых пошутил: «Профессиональные актеры годами учатся, а потом всю жизнь играют в провинциальных театрах, а мы, непрофессионалы, уже на гастроли заграницу ездим».

Они очень любознательные и хотят все знать. В Ландтаге они задают много вопросов о политической системе Германии и земли Северный Рейн – Вестфалия. Но и к моей личной истории у них большой интерес. «Как тебе жизнь в Германии? Часто ли ты ездишь домой? Какие различия между немцами и русскими ты заметила?». Мы быстро подружились и они мне очень понравились.

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Мне не терпелось увидеть спекталь и моих новых друзей на сцене. Спектакль, который был показан в воскресенье  в Вуппертале, должен был рассказать о трагических событиях депортации советских немцев в 1941-м году. Однако в начале он был больше похож на комедию. Беззаботная жизнь обычных людей, русских и немцев в городе Энгельс на Волге…Молодой поэт не может решить, в кого из трех девушек он влюблен. В конце концов его сердце выбирает немецкую девушку Эрну. И вдруг на сцене появляется офицер НКВД, который зачитывает приказ о депортации немцев от 28 августа 1941 года. Эрна и ее родственники должны в тот же момент собрать все вещи, их уводит с собой офицер. Только начавшаяся история любви трагически обрывается.  В конце хор поет «Песню болотных солдат», гимн узников концентрационных лагерей. Она пробирает до мурашек.

У зрителей было много вопросов к исполнителям. Что заставляет молодых людей в свободное время заниматься историей и перерабатывать историю с помощью театрального искусства? «Мы хотим лучше узнать свое прошлое. То, что Вы только что видели на сцене, это часть истории наших семей».

После этого знакомства, кажется, что я нашла нить между Россией и Германией. И я думаю, прочную нить. С одной стороны молодые ребята с немецкими и не только корнями, которые живут в России, но сохраняют контакт с Германией. С другой стороны я, русская, которая имеет огромный интерес к таким российско-немецким встречам и поддерживает их в рамках проекта «Германо-Российская Академия Рур».


* Мы просим принять во внимание, что Auslandsgesellschaft и Deutsch-Russische Akademie сотрудничают с представителями политики, однако не представляют интересы какой-либо политической партии или движения.


Die Moorsoldaten

Wohin auch das Auge blicket.
Moor und Heide nur ringsum.
Vogelsang uns nicht erquicket.
Eichen stehen kahl und krumm.

Wir sind die Moorsoldatenund ziehen mit dem Spaten ins Moor.Wir sind die Moorsoldatenund ziehen mit dem Spaten ins Moor.
Hier in dieser öden Heide
ist das Lager aufgebaut,
wo wir fern von jeder Freude
hinter Stacheldraht verstaut.

Wir sind die Moorsoldaten etc
Morgens ziehen die Kolonnen
in das Moor zur Arbeit hin.
Graben bei dem Brand der Sonne,
doch zur Heimat steht der Sinn.

Wir sind die Moorsoldaten etc Heimwärts, heimwärts jeder sehnet,
zu den Eltern, Weib und Kind.
Manche Brust ein Seufzer dehnet,
weil wir hier gefangen sind.

Wir sind die Moorsoldaten etc Auf und nieder geh´n die Posten,
keiner, keiner kann hindurch.
Flucht wird nur das Leben kosten,
vierfach ist umzäunt die Burg.

Wir sind die Moorsoldaten etc
Doch für uns gibt es kein Klagen,
ewig kann nicht Winter sein,
einmal werden froh wir sagen:
Heimat du bist wieder mein.

Dann zieh´n die Moorsoldatennicht mehr mit dem Spaten ins Moor.Dann zieh´n die Moorsoldatennicht mehr mit dem Spaten ins Moor

Liebe Leserinen und Leser,

heute veröffentlichen wir einen neuen Beitrag zum Thema „Städtepartnerschaften“. Deutsch-Russische Akademie Ruhr hat ein ganz spannendes Gespräch mit Gerald Baars, dem Leiter des WDR-Studios in Dortmund. Er hat uns über deutsch-sowjetische Fernsehbrücke erzählt, die damals einen großen Erfolg hatte.

Wie ist die Idee mit der deutsch-sowjetischen Brücke entstanden?
Es war die Zeit, als Gorbatschow Glasnost und Perestrojka gepredigt hat, und der Wandel in der damaligen Sowjetunion einsetzte. Als lokales Fernsehen haben wir uns damals gedacht: Wir haben Rostow am Don als Partnerstadt in der Sowjetunion. Wollen wir mal „Glasnost“ (Offenheit) und „Perestrojka“ (Umbau) auf den Prüfstein stellen und gucken, ob es wirklich funktioniert? Wir haben eine Live-Fernsehbrücke zwischen Schülern in Dortmund und Schülern aus Rostow am Don beantragt. Die Idee war, dass die Schüler live und unzensiert über die Themen, die sie interessieren, reden dürfen.
Welche Themen waren das?
Die Themen konnten junge Leute selbst bestimmen. Das wäre ein Fehler, das Thema vorzugeben. Dann hätten wir vorbereitete Antworten bekommen können. Wir haben es verweigert der Zensurbehörde, die es damals in Moskau noch gab, vorbereitete Themen und Fragen einzureichen. Wir wollten einen Rahmen für einen ungefilterten Dialog schaffen, in dem die Schüler sich gegenseitig befragen konnten. Wir haben es auch von unserer Seite ernst genommen. Wir haben zwar Dortmunder Schüler vorbereitet, mit der Partnerstadt vertraut gemacht und gesagt, was für Themen in Rostow relevant sind. Schüler aus Rostow haben auch etwas über Dortmund erfahren. (Wir waren damals im großen Umbruch mit der Stahlkrise; Zechen wurden geschlossen). Das sollte man wechselseitig schon wissen. Ansonsten haben wir alles offen gelassen.
Dann haben wir diese Livebrücke genehmigt bekommen. Die Anträge in Moskau wurden nach dem Eingang der Briefe bearbeitet. Die ARD hatte auch einen Antrag gestellt, aber vier Wochen später. So ist es passiert, dass wir als lokales Fernsehen die erste Fernsehbrücke live mit der Sowjetunion hatten. Die Fernsehbrücke ist sehr gut gelaufen. Dafür haben wir den Grimme-Preis bekommen, die höchste Fernsehauszeichnung, die es überhaupt gibt, und zwar als Publikumsvorschlag, was wir besonders zu schätzen wussten.
Und dann fing diese Sendung an. Das war zu der Zeit technisch gar nicht einfach. Damals gab es noch keine Satelliten, sondern es mussten die Leitungen gestrickt werden von Rostow über einen Knoten nach Moskau, von Moskau über einen Knoten nach Dortmund. Es gab dazwischen so viele Stationen, dass wir uns am Anfang zwar sahen, aber noch keinen Ton hatten. Wir konnten uns gegenseitig nicht hören. Darauf haben die Dortmunder Schüler ganz schnell reagiert: sie haben auf Zetteln Grüße aufgeschrieben und hochgehalten. Dann kam die Antwort aus Rostow, auch auf Zetteln. In zwei Minuten haben wir den Ton dann bekommen. Aber diese ersten Zwei Minuten waren ein guter Einstieg, so wurde das Eis gebrochen. In dieser Panne lag der Charme. Und danach lief das Gespräch locker. Natürlich kamen solche Fragen wie „Was ist eure Lieblingsmusik?“, „Was macht ihr in der Freizeit?“. Auf die Frage „Was wünscht ihr euch?“ haben die Schüler aus Rostow geantwortet: „Wir würden gerne nach Dortmund kommen!“ Schüler haben auch ihre Lieblingsmusik mitgebracht. Die Dortmunder ihre Lokalband „Conditors“, die im Studio gespielt hat. In Rostow sprangen alle auf und tanzten dazu. Das war großartig! Diese Sendung war sehr berührend. Wir bekamen dafür den Grimme-Preis. Aber ich habe diesen Titel nicht verdient, den haben die jungen Leute verdient, wir haben nur den Rahmen geschaffen. Die Schüler waren sehr neugierig und aufgeschlossen. Es wurden keine aktuellen politischen Themen diskutiert. Die Jugendlichen wollten sich einfach über ihr Leben austauschen.
Wir haben später noch eine Fernsehbrücke gemacht, weil sie so erfolgreich war. Die Fernsehbrücke „Arbeiter im Gespräch“ wurde zwischen den Arbeiter von Hoesch und den Stahlarbeiter aus Rostow organisiert. Die Folge: die Dortmunder Betriebsräte haben Gorbatschow nach Dortmund eingeladen. Und er kam tatsächlich. Umgekehrt haben die Betriebsräte aus Rostow den Dortmunder Betriebsrat nach Rostow eingeladen. Einer der Betriebsräte ist dann mit dem Wohnwagen nach Rostow gefahren, was damals eigentlich noch gar nicht möglich war, weil für Touristen nur organisierte Reisen erlaubt waren. Aber er konnte sich frei in der Sowjetunion mit seinem Wohnwagen bewegen. Na ja, als er an die sowjetische Grenze kam, wussten die Grenzpolizisten über ihn Bescheid. Natürlich wurde der Wagen überall beschattet. Der Betriebsrat und seine Frau haben sich noch nie so sicher gefühlt, weil sie wussten, dass jemand auf sie immer aufpasst. Ihnen konnte nichts passieren. Aus diesen Fernsehbrücken und aus diesen Treffen ist ein intensiver Austausch entstanden.
Das hat mir gezeigt, dass man gerade auch im Kleinen dazu beitragen kann, Eis zu brechen und Vorurteile abzubauen. Egal in welcher Ideologie Menschen aufgewachsen sind, haben sie die gleichen Themen, die sie berühren. Damals haben wir ein kleines bisschen dazu beigetragen, die Öffnung des Eisernen Vorhangs zu ermöglichen. Bei uns wurde die Sendung lokal ausgestrahlt und in der Sowjetunion landesweit. Das ist ein Beispiel dafür, dass die Sowjetunion offen sein wollte. Das hat den Menschen in der Sowjetunion gezeigt, wie frei die Gesellschaft geworden ist, dass so etwas möglich ist.
Gibt es seitens WDR neue Ideen für Partnerschaft und Zusammenarbeit mit Russland?
Man muss immer schauen, was für ein Thema im Moment relevant ist und versuchen, innovativ und kreativ etwas auszuprobieren. Im Moment sehe ich es schwierig, eine Form dafür zu finden, um das zu erreichen, was wir damals erreicht haben. Offiziell ist Russland jetzt ein freies, demokratisches Land. Wir können jeder Zeit aus Russland berichten. Wir können jeden Menschen auf der Straße befragen. Das wäre jetzt kein Eisbrecher mehr. Sollen wir jetzt Menschen in Russland fragen, was sie von Putin halten, und die Russen uns fragen, was wir von Merkel halten? Das ist keine Ebene für ein emotionales Gespräch. Ich wüsste auch nicht, wie ich von hier aus die Medienlandschaft in Russland beeinflussen kann. Da die Medienlandschaft in Russland von Propaganda geprägt ist, können nur die Russen selbst sagen: „Wir wollen keine Propaganda mehr!“ Medial kann ich keinen Dialog mehr anstoßen. Das Einzige was man machen kann, so viele Menschen wie möglich in das Gespräch einzubeziehen. Es wäre hilfreich, wenn die Russen, wenn sie mal in Urlaub fahren, nicht nur einkaufen oder an den Strand gehen, nicht nur an der Bar sitzen, sondern ein Gespräch suchen, um zu prüfen, ob es alles wirklich so ist, wie es in den Medien berichtet wird. Wenn umgekehrt mehr Menschen nach Russland reisen und sich nicht nur Sehenswürdigkeiten in Sankt-Petersburg anschauen, sondern versuchen dort mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, wäre das auch gut.
Ich würde Sie ermutigen, im Rahmen Ihres Projekts das Treffen von einer Klasse aus Deutschland und einer aus Russland zu initiieren und z.B. ein Sommercamp zu organisieren. Dort sollen die Jugendlichen gar nicht über Politik reden, sondern sich einfach kennenlernen. So werden Vorurteile am schnellsten abgebaut und Vertrauen aufgebaut.

Warum wurde die Fernsehbrücke genau mit Rostow am Don initiiert?
Rostow am Don ist die Partnerstadt von Dortmund. Das war einer der Gründe, warum wir die Genehmigung bekommen haben. Weil Partnerstädte mit einander kommunizieren müssen. Wir hatten auch eine ähnliche Fernsehbrücke mit Buffalo in den USA, auch einer Partnerstadt von Dortmund. Sie war aber viel langweiliger. Unsere Jugendlichen wussten schon ganz viel von Amerika, die Amerikaner waren nicht so gut informiert und hatten auch keine wirklichen Fragen. Ich hatte das Gefühl, dass sie sich belästigt fühlen, weil sie eine Stunde mit irgendwelchen Jugendlichen sprechen mussten, die nicht so gut Englisch konnten. Im Fall der Fernsehbrücke mit Rostow wussten wir wenig voneinander. Die Jugendlichen aus Rostow hatten viele Fragen, und die Schüler aus Dortmund auch. Durch den Eisernen Vorhang kam zu wenig Information über den Lebensalltag. Die Korrespondenten mussten unter Zensurbedingungen arbeiten. Es war gar nicht möglich für Korrespondenten, sich frei im Land zu bewegen und wahre Geschichten aus dem Alltagsleben der sowjetischen Menschen aufzunehmen. Jede Fahrt, jede Drehgenehmigung musste damals bei KGB beantragt werden. Dass diese Fernsehbrücke mit Rostow am Don damals zustande gekommen ist, war wirklich einzigartig!

Wie hat das mit der Städtepartnerschaft zwischen Rostow am Don und Dortmund eigentlich angefangen?

1973 war die Sowjetunion erstmals Gastland unserer Auslandskulturtage in Dortmund.

Das war eine kleine Sensation, denn das Land präsentierte sich in einer für das westliche Ausland bis dahin nicht gekannten Breite. Es gab viele persönliche Begegnungen in Vereinen, Schulen, Betrieben und bei Veranstaltungen.

Und schon damals wurde das Projekt einer Städtepartnerschaft zwischen Dortmund und einer Stadt in Russland erörtert.

Das Thema wurde danach auf diplomatischer Ebene und im Kreis der Beteiligten weiter diskutiert. 1974 bot der Botschafter der UdSSR in Bonn, Valentin Falin, Oberbürgermeister Günter Samtlebe die offizielle Städtepartnerschaft mit Rostow am Don an. Zum gegenseitigen Kennenlernen gab es wechselseitige Besuche von offiziellen Delegationen, Journalistendelegationen und Fotoausstellungen in beiden Städten bis es letztlich 1977 zur Begründung der Städtepartnerschaft zwischen Rostow am Don und Dortmund kam.

In welchen Bereichen findet die Städtepartnerschaft ihren Niederschlag?

Hervorzuheben ist, dass sich die Partnerschaft mit Rostow am Don sehr stark im kulturellen Bereich zeigt.

Ein sehr gutes Beispiel hierfür ist das in 2008 gegründete East West European Jazz Orchestra, in dem sich Jazzmusiker aus Rostow am Don und Dortmund zusammengefunden haben.

Das Orchester hat bereits wiederholt Auftritte im Ausland absolviert und wird auch das diesjährige Stadtfest in Rostow am Don wieder musikalisch begleiten. Die fachliche Begleitung und finanzielle Förderung erfolgt im Rahmen der Internationalen Kulturarbeit der Kulturbetriebe.

Und es gibt beispielsweise den Schwimmverein Derne, der immer wieder Sportler aus Rostow am Don in Dortmund zu Gast hat und andersherum auch Sportler nach Rostow am Don schickt.

Besonders gefreut hat uns, dass junge Menschen aus Rostow am Don an den diesjährigen Internationalen Demokratietagen in Dortmund teilgenommen haben. Das Interesse der jungen russischen Gäste an unserer Stadt, aber auch an der Begegnung mit unseren weiteren internationalen Gästen war sehr groß.

Und natürlich ist die kommende Fußball WM 2018 in Russland, die ja auch in Rostow am Don ausgetragen wird, ein Thema der Städtepartnerschaft. Oberbürgermeister Ullrich Sierau konnte bei seinem Besuch in Rostow am Don im Frühjahr diesen Jahres aus den Dortmunder Erfahrungen berichten.

Festzuhalten ist, dass mit allen unseren Partnerstädten die Zusammenarbeit im Wesentlichen auf bürgerschaftlichem Engagement durch Kontakte und Aktivitäten beruht. Diese haben sich im Interesse des Städtepartnerschaftsgedankens im Laufe der Jahre zu einem großen Teil verselbstständigt. Differenzierte Zahlen über sämtliche Kontakte und Austausche stehen deshalb nicht zur Verfügung.

Gibt es auch Schwierigkeiten?

Schwierig gestaltet sich das Zustandekommen einer Partnerschaft zwischen einer Schule in Dortmund und Rostow am Don. Das liegt vorrangig darin begründet, dass es in Dortmund nur wenige Schulen gibt, die Russisch als Fremdsprache anbieten.

Was ist für die Zukunft geplant?

Der im Rahmen der Internationale Demokratietage geknüpfte Kontakt im Bereich der Jugendarbeit soll verfestigt werden. Sicher ist es nicht möglich, jedes Jahr Internationale Demokratietage durchzuführen. Es ist aber möglich, dass sich zwischen den Partnerstädten und zwischen einzelnen Verbänden und Organisationen dauerhaft etwas entwickelt oder aber zeitlich begrenzte Projekte daraus entstehen.

Darüber hinaus ist eine Kooperation mit der Hochschule für Bauwesen in Rostow am Don mit TU oder FH in Dortmund im Gespräch.

Es ist uns auch wichtig,dass die bestehenden Kontakte und Austausche erhalten bleiben. Wir werden das unterstützen und im Rahmen unserer Möglichkeiten mithelfen, diese weiter zu entwickeln.

Warum sind Städtepartnerschaften Ihrer Meinung nach wichtig?

Nach dem Krieg war das Thema Aussöhnung und die Sicherung friedlicher Beziehungen das wichtigste Ziel der Städtepartnerschaftsbewegung. Man war der Meinung, mit der Vermittlung partnerschaftlicher Begegnungen zwischen den Menschen könne es am besten gelingen, diese Ziele zu erreichen. Mit dem Kennenlernen der Kultur des Anderen, ist ein Verstehen einfach besser möglich. Dass Menschen ehemals verfeindeter Nationen Freundschaften schlossen und Vorbehalte abgebaut werden konnten, ist deshalb auch den Städtepartnerschaften zu verdanken.

Vieles hat sich im Laufe der Jahrzehnte im Bereich der Städtepartnerschaftsarbeit, gerade bei den bürgerschaftlichen Begegnungen verselbständigt. Es gilt jedoch nach wie vor, dass wir im Rahmen der städtepartnerschaftlichen Arbeit voneinander profitieren können. Das gilt für viele Bereiche. Insbesondere Kontakte junger Menschen und das Kennenlernen des Anderen im Rahmen von städtepartnerschaftlichen Begegnungen sind nicht durch Urlaubsreisen und das Internet zu ersetzen.

Macht sich der Konflikt in der Ostukraine in Bezug auf die Städtepartnerschaft in irgendeiner Form bemerkbar?

Nein.

Deutsch-russische Städtepartnerschaften können „große Politik“ auch nicht ersetzen. Nach unserem Verständnis bieten sie während Krisen die Möglichkeit, Brücken der Verständigung zu bilden.

Es gibt viele freundschaftliche Beziehungen zwischen den Menschen in Rostow am Don und Dortmund. Diese ermöglichen und garantieren die Lebendigkeit und Stabilität unserer Städtepartnerschaft.

Haben Sie einen persönlichen Bezug zu Russland?

Ja, wir sind beide schon mehrfach im Zusammenhang mit unserer Arbeit in Rostow am Don gewesen. Wir haben ein ausgesprochen freundschaftliches Verhältnis zu den Kolleginnen und Kollegen vor Ort, die uns mit einem außergewöhnlichen Maß an Herzlichkeit und Gastfreundschaft begegnen, selbst wenn wir längere Zeit nichts voneinander gehört haben.


Jutta Dalka und Andreas Schulz sind Ansprechpartner zum Thema Städtepartnerschaften bei der Stadt Dortmund.

Das Interview führten Maria Khanova und Matthias Mertes.

Wir bieten eine Vielfalt an Sprachkursen an:

– regelmäßigen Kurse am Wochenende, vormittags und abends.

– Intensivkurse in den Ferien und am Wochenende für Bildungsurlauber, Schüler, ältere Mitbürger und Sprachinteressenten

– allgemeinbildende Sprachkurse und Prüfungsvorbereitungskurse (Cambridge English Exams und der TELC GmbH)

Der Gemeinsame Europäischer Referenzrahmen für Sprachen (GER) teilt Kenntnisse von Lernern in sechs aufsteigende Niveaustufen ein: A1, A2, B1, B2, C1, und C2.

Eine kurze Beschreibung jeder Stufe finden Sie hier: Wikipedia – Gemeinsamer europäischer Referenzrahmen. Gerne können Sie in unserem Institut einen kostenfreien Einstufungstest in den Sprachen Deutsch, Englisch, Italienisch und Spanisch während unserer Öffnungszeiten ablegen. Bitte planen Sie ca. 30 Minuten dafür ein.

Wenn Sie unsicher sind in welchen Kurs Sie passen, können Sie gerne unentgeltlich zur Probe einen Kurs besuchen bevor Sie sich verbindlich anmelden. Für die Vereinbarung einer Probestunde, sprechen Sie uns bitte an.

Für eine Anmeldung können Sie eine Anmelde-Karte oder den Kurs-Finder auf unserer Homepage nutzen. Zur gegenseitigen Planungssicherheit, bitten wir um eine Anmeldung mindestens 2 Wochen bevor Kursbeginn.

Sobald die Mindestteilnehmerzahl von sieben Anmeldungen erreicht ist, bestätigen wir den Kurs per Email oder SMS. Dies erfolgt spätestens eine Woche vor Kursbeginn. Schülerkurse in den Ferien und Sprachprüfungen (Cambridge English Exams) werden gesondert per Post bestätigt. Wir bitten daher um die korrekte Angabe Ihrer aktuellen Kontaktdaten.

Die ermäßigten Kursgebühren lt. Sprachenprogramm stehen Schülern, Studierenden, Au Pairs, ALRG II Empfängern und Dortmund-Pass-Inhabern zur Verfügung. Bitte reichen Sie hierfür bei der Anmeldung Ihren entsprechenden Ermäßigungsnachweis mit ein.

Die Gebühren für Sprachkurse oder Cambridge English Prüfungen und sind bei Bestätigung oder Teilnahme zu entrichten. Prüfungsgebühren für DaF-Prüfungen sind bei der Anmeldung zu entrichten.

Die Zahlung kann per Überweisung, vor Ort in Bar oder per EC Karte erfolgen. Lastschrift-Einzugsermächtigungen können auf der Rückseite der Anmeldekarte oder im Kurs-Finder auf der Homepage erteilt werden. Unsere Bankverbindung finden Sie im Impressum.

Eine Normalgruppe besteht ab sieben Teilnehmern. Sollte die Teilnehmerzahl bei Kursbeginn geringer sein, kann eine Kleingruppe gebildet werden. In diesem Falle wird mit der Kursgruppe eine Verkürzung der Unterrichtsstundenzahl oder eine anteilige Erhöhung der Kursgebühren abgestimmt. Die entsprechenden Kleingruppenpreise finden Sie in unserem Kurs-Finder auf unserer Homepage.

Jeder Teilnehmer kann sich bis 10 Tage vor Kursbeginn kostenfrei abmelden. Für Teilnehmer der DaF-Intensivkurse (Deutsch als Fremdsprache) gelten die gesonderten Teilnahmebedingungen unter § 8 unser AGBs.

In der Regel findet in den Schulferien oder an Brückentagen kein Unterricht statt.

Alle Teilnehmer erhalten zum Ende des Semesters eine Teilnahmebescheinigung. Um ein externes Zertifikat in Deutsch, Englisch oder Spanisch zu erhalten, können Sie bei uns eine separate Sprachprüfung ablegen.

Wir führen die telc (Deutsch als Fremdsprache), Cambridge English und DELE (Spanisch) Prüfungen durch. Mehr Informationen zu unseren angebotenen Sprachprüfungen.

Ja! Unser Einzelunterricht ist nicht auf den Sprachen im Programm limitiert und wird i.d.R. mit Muttersprachlern durchgeführt. Kontaktieren Sie uns gerne für ein entsprechendes Angebot!

Wenn Sie noch Fragen haben, können Sie uns gerne kontaktieren unter 0231-838 00 0 oder info@auslandsgesellschaft.de

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