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Sprachen lernen.

Hinweis
Unser Haus ist montags – donnerstags von 08:00 – 20:00 und freitags von 08:00 bis 16:00 Uhr nach Terminvereinbarung für Sie geöffnet!
Tel. 0231/838000 oder schreiben Sie uns eine E-Mail unter info@auslandsgesellschaft.de. Bleiben Sie gesund!

Das neue Semester des Fremdsprachenbereichs hat am 30.08.2021 begonnen. Für die Schülerkurse in den Herbstferien sind noch Anmeldungen möglich!
Info & Anmeldung: Dr. André Menke, fon: 0231 . 838 00 21, mail: menke@auslandsgesellschaft.de / Dominic Melang, fon: 0231 . 838 00 38, mail: melang@auslandsgesellschaft.de

Deutsch-Intensivkurse online bei der Auslandsgesellschaft
Auch die Deutsch-Intensivkurse finden seit dem 15.09.2021 wieder in Präsenz in der Aulandsgesellschaft.de statt.
Wir freuen uns, Sie bald wieder im Haus begrüßen zu dürfen!
Info & Anmeldung: Christanna Charmpa, fon: 0231 . 838 00 93, mail: charmpa@auslandsgesellschaft.de

Kursfinder

Über dieses Modul können Sie die Kurse anhand der vorausgewählten Sprache finden.

Ich habe mich eigentlich auf eine offizielle Veranstaltung im Landtag eingestimmt. Ich wollte mich und die Auslandsgesellschaft der russischen Delegation aus der Region Saratow vorstellen und Bescheid sagen, dass ich den folgenden Termin am Sonntag für sie organisiert habe. Doch sobald ich die Gäste aus Russland gesehen habe, wurde mir klar, das wird keine trockene Protokollveranstaltung sein.

Ich habe die Gruppe bereits auf dem Foto  gesehen. Und dann plötzlich standen sie vor mir an der Haltestelle. Man konnte sie mit keinen anderen Jugendlichen verwechseln – so ausdrucksvoll waren ihre Gesichter, so charismatisch war ihre Ausstrahlung!

Ich habe ein kleines Grüppchen auf Russisch angesprochen: „Fahrt ihr auch zum Landtag?“ In wenigen Minuten, ganz spontan haben wir uns kennengelernt. Sie sind junge Aktivisten der deutschen Klubs aus der Region Saratow an der Wolga. Die meisten sind Russlanddeutsche. Sie sind auf Einladung des Vereins „Kulturbrücke Wuppertal – Engels“ und des Büros des Landtagsabgeordneten Werner Jostmeier für einige Tage nach Deutschland gekommen, um ihr Theaterstück zu zeigen. Also, eine Gastspielreise! Wie einer meiner neuen Bekannten gescherzt hat: „Professionelle Schauspieler studieren jahrelang uns spielen dann das ganze Leben in den Theatern in der Provinz, und wir, nicht-professionelle Schauspieler, haben bereits Gastspielreisen im Ausland!“

Sie sind sehr wissbegierig. Sie wollen alles wissen. Im Landtag stellen sie viele Fragen über das politische System Deutschlands und des Landes NRW. Aber auch an meiner eigenen Geschichte haben sie ein großes Interesse. „Wie ist das Leben in Deutschland? Wie oft fährst du nach Hause? Welche Unterschiede zwischen Russen und Deutschen hast du bemerkt?“ Wir haben uns schnell angefreundet und ich habe sie alle ins Herz geschlossen.

Ich war sehr gespannt auf das Theaterstück und wollte meine neuen Bekannten nun mal endlich auf der Bühne sehen. Im Theaterstück, das am Sonntag in Wuppertal aufgeführt wurde, sollte es sich um die Tragik der Deportation der Sowjetdeutschen im Jahre 1941 handeln. Doch es fängt wie eine Komödie an. Ein unbeschwertes Leben einfacher Menschen, Russen und Deutschen, in der Stadt Engels an der Wolga…Ein junger Poet kann nicht entscheiden, in welche der drei Frauen er verliebt ist. Am Ende stimmt sein Herz der jungen deutschen Frau Erna zu. Plötzlich steht ein NKWD-Offizier auf der Bühne und liest den Dekret  des Obersten Sowjets der UdSSR vom 28. August 1941 über die Deportation der Sowjetdeutschen vor. Erna und ihre Verwandten müssen sofort ihre Sachen packen und werden von dem Offizier abgeholt. Die erst angefangene Liebesgeschichte nimmt ein tragisches Ende. Im Anschluss singt der Chor das Lied der Moorsoldaten, die Hymne der Gefangenen der Konzentration- und Arbeitslager. Das geht mir unter die Haut.

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Man hatte viele Fragen an die Schauspieler. Was bewegt junge Menschen in ihrer Freizeit, sich mit der Geschichte zu beschäftigen und sie künstlerisch aufzuarbeiten. „Wir wollen unsere Vergangenheit besser kennen lernen. Das, was Sie gerade auf der Bühne gesehen haben, ist auch in unserer eigenen Familien passiert“.

Durch diese Begegnung habe ich einen Faden zwischen Russland und Deutschland für mich gefunden, ich glaube einen festen Faden. Auf einer Seite junge Menschen mit deutschen (und nicht nur deutschen) Wurzeln, die in Russland leben und Kontakt zu Deutschland halten, auf der anderen Seite ich, Russin, die Deutschland liebt und ein großes Interesse an die deutsch-russischen Begegnungen hat und diese im Rahmen des  Projektes „Deutsch-Russische Akademie Ruhr“ unterstützt.

*  Die Auslandsgesellschaft und die Deutsch-Russische Akademie Ruhr arbeitet mit den Partnern aus der Politik Zusammen. Das Projekt ist aber unparteiisch und vertritt keine Interessen der politischen Parteien oder Bewegungen.


Вообще-то я настроилась на официальное мероприятие в Ландтаге (земельном парламенте). Я собралась представить себя и нашу организацию Auslandsgesellschaft и сообщить, что я организовала мероприятие в воскресенье для наших гостей и России. Но как только я увидела наших гостей, я поняла, что это мероприятие не будет официальным протокольным мероприятием.

До этого я видела эту группу ребят на фото для плаката к их постновке. И вдруг они стоят передо мной на остановке. Их нельзя было перепутать с другими молодыми людьми – настолько выразительные и харизматичные лица.

Я спросила их по-русски: „Вы тоже едете в Ландтаг?» И всего за несколько минут, спонтанно, на оснановке и в трамвае, пока мы ехали в Ландтаг, мы познкомились. Они молодые активисты немецких культурных автономий из Саратовского региона и других городов. Большинство из них российские немцы. Они приехали по приглашению общества «Культурный мост Вупперталь – Энгельс»  и депутата Ландтага Вернера Йостмайера на несколько дней в Германию, чтобы представить свой спектакль. В общем, гастроли. Один из моих новых знакомых пошутил: «Профессиональные актеры годами учатся, а потом всю жизнь играют в провинциальных театрах, а мы, непрофессионалы, уже на гастроли заграницу ездим».

Они очень любознательные и хотят все знать. В Ландтаге они задают много вопросов о политической системе Германии и земли Северный Рейн – Вестфалия. Но и к моей личной истории у них большой интерес. «Как тебе жизнь в Германии? Часто ли ты ездишь домой? Какие различия между немцами и русскими ты заметила?». Мы быстро подружились и они мне очень понравились.

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Мне не терпелось увидеть спекталь и моих новых друзей на сцене. Спектакль, который был показан в воскресенье  в Вуппертале, должен был рассказать о трагических событиях депортации советских немцев в 1941-м году. Однако в начале он был больше похож на комедию. Беззаботная жизнь обычных людей, русских и немцев в городе Энгельс на Волге…Молодой поэт не может решить, в кого из трех девушек он влюблен. В конце концов его сердце выбирает немецкую девушку Эрну. И вдруг на сцене появляется офицер НКВД, который зачитывает приказ о депортации немцев от 28 августа 1941 года. Эрна и ее родственники должны в тот же момент собрать все вещи, их уводит с собой офицер. Только начавшаяся история любви трагически обрывается.  В конце хор поет «Песню болотных солдат», гимн узников концентрационных лагерей. Она пробирает до мурашек.

У зрителей было много вопросов к исполнителям. Что заставляет молодых людей в свободное время заниматься историей и перерабатывать историю с помощью театрального искусства? «Мы хотим лучше узнать свое прошлое. То, что Вы только что видели на сцене, это часть истории наших семей».

После этого знакомства, кажется, что я нашла нить между Россией и Германией. И я думаю, прочную нить. С одной стороны молодые ребята с немецкими и не только корнями, которые живут в России, но сохраняют контакт с Германией. С другой стороны я, русская, которая имеет огромный интерес к таким российско-немецким встречам и поддерживает их в рамках проекта «Германо-Российская Академия Рур».


* Мы просим принять во внимание, что Auslandsgesellschaft и Deutsch-Russische Akademie сотрудничают с представителями политики, однако не представляют интересы какой-либо политической партии или движения.


Die Moorsoldaten

Wohin auch das Auge blicket.
Moor und Heide nur ringsum.
Vogelsang uns nicht erquicket.
Eichen stehen kahl und krumm.

Wir sind die Moorsoldatenund ziehen mit dem Spaten ins Moor.Wir sind die Moorsoldatenund ziehen mit dem Spaten ins Moor.
Hier in dieser öden Heide
ist das Lager aufgebaut,
wo wir fern von jeder Freude
hinter Stacheldraht verstaut.

Wir sind die Moorsoldaten etc
Morgens ziehen die Kolonnen
in das Moor zur Arbeit hin.
Graben bei dem Brand der Sonne,
doch zur Heimat steht der Sinn.

Wir sind die Moorsoldaten etc Heimwärts, heimwärts jeder sehnet,
zu den Eltern, Weib und Kind.
Manche Brust ein Seufzer dehnet,
weil wir hier gefangen sind.

Wir sind die Moorsoldaten etc Auf und nieder geh´n die Posten,
keiner, keiner kann hindurch.
Flucht wird nur das Leben kosten,
vierfach ist umzäunt die Burg.

Wir sind die Moorsoldaten etc
Doch für uns gibt es kein Klagen,
ewig kann nicht Winter sein,
einmal werden froh wir sagen:
Heimat du bist wieder mein.

Dann zieh´n die Moorsoldatennicht mehr mit dem Spaten ins Moor.Dann zieh´n die Moorsoldatennicht mehr mit dem Spaten ins Moor

Wie hat das mit der Städtepartnerschaft zwischen Rostow am Don und Dortmund eigentlich angefangen?

1973 war die Sowjetunion erstmals Gastland unserer Auslandskulturtage in Dortmund.

Das war eine kleine Sensation, denn das Land präsentierte sich in einer für das westliche Ausland bis dahin nicht gekannten Breite. Es gab viele persönliche Begegnungen in Vereinen, Schulen, Betrieben und bei Veranstaltungen.

Und schon damals wurde das Projekt einer Städtepartnerschaft zwischen Dortmund und einer Stadt in Russland erörtert.

Das Thema wurde danach auf diplomatischer Ebene und im Kreis der Beteiligten weiter diskutiert. 1974 bot der Botschafter der UdSSR in Bonn, Valentin Falin, Oberbürgermeister Günter Samtlebe die offizielle Städtepartnerschaft mit Rostow am Don an. Zum gegenseitigen Kennenlernen gab es wechselseitige Besuche von offiziellen Delegationen, Journalistendelegationen und Fotoausstellungen in beiden Städten bis es letztlich 1977 zur Begründung der Städtepartnerschaft zwischen Rostow am Don und Dortmund kam.

In welchen Bereichen findet die Städtepartnerschaft ihren Niederschlag?

Hervorzuheben ist, dass sich die Partnerschaft mit Rostow am Don sehr stark im kulturellen Bereich zeigt.

Ein sehr gutes Beispiel hierfür ist das in 2008 gegründete East West European Jazz Orchestra, in dem sich Jazzmusiker aus Rostow am Don und Dortmund zusammengefunden haben.

Das Orchester hat bereits wiederholt Auftritte im Ausland absolviert und wird auch das diesjährige Stadtfest in Rostow am Don wieder musikalisch begleiten. Die fachliche Begleitung und finanzielle Förderung erfolgt im Rahmen der Internationalen Kulturarbeit der Kulturbetriebe.

Und es gibt beispielsweise den Schwimmverein Derne, der immer wieder Sportler aus Rostow am Don in Dortmund zu Gast hat und andersherum auch Sportler nach Rostow am Don schickt.

Besonders gefreut hat uns, dass junge Menschen aus Rostow am Don an den diesjährigen Internationalen Demokratietagen in Dortmund teilgenommen haben. Das Interesse der jungen russischen Gäste an unserer Stadt, aber auch an der Begegnung mit unseren weiteren internationalen Gästen war sehr groß.

Und natürlich ist die kommende Fußball WM 2018 in Russland, die ja auch in Rostow am Don ausgetragen wird, ein Thema der Städtepartnerschaft. Oberbürgermeister Ullrich Sierau konnte bei seinem Besuch in Rostow am Don im Frühjahr diesen Jahres aus den Dortmunder Erfahrungen berichten.

Festzuhalten ist, dass mit allen unseren Partnerstädten die Zusammenarbeit im Wesentlichen auf bürgerschaftlichem Engagement durch Kontakte und Aktivitäten beruht. Diese haben sich im Interesse des Städtepartnerschaftsgedankens im Laufe der Jahre zu einem großen Teil verselbstständigt. Differenzierte Zahlen über sämtliche Kontakte und Austausche stehen deshalb nicht zur Verfügung.

Gibt es auch Schwierigkeiten?

Schwierig gestaltet sich das Zustandekommen einer Partnerschaft zwischen einer Schule in Dortmund und Rostow am Don. Das liegt vorrangig darin begründet, dass es in Dortmund nur wenige Schulen gibt, die Russisch als Fremdsprache anbieten.

Was ist für die Zukunft geplant?

Der im Rahmen der Internationale Demokratietage geknüpfte Kontakt im Bereich der Jugendarbeit soll verfestigt werden. Sicher ist es nicht möglich, jedes Jahr Internationale Demokratietage durchzuführen. Es ist aber möglich, dass sich zwischen den Partnerstädten und zwischen einzelnen Verbänden und Organisationen dauerhaft etwas entwickelt oder aber zeitlich begrenzte Projekte daraus entstehen.

Darüber hinaus ist eine Kooperation mit der Hochschule für Bauwesen in Rostow am Don mit TU oder FH in Dortmund im Gespräch.

Es ist uns auch wichtig,dass die bestehenden Kontakte und Austausche erhalten bleiben. Wir werden das unterstützen und im Rahmen unserer Möglichkeiten mithelfen, diese weiter zu entwickeln.

Warum sind Städtepartnerschaften Ihrer Meinung nach wichtig?

Nach dem Krieg war das Thema Aussöhnung und die Sicherung friedlicher Beziehungen das wichtigste Ziel der Städtepartnerschaftsbewegung. Man war der Meinung, mit der Vermittlung partnerschaftlicher Begegnungen zwischen den Menschen könne es am besten gelingen, diese Ziele zu erreichen. Mit dem Kennenlernen der Kultur des Anderen, ist ein Verstehen einfach besser möglich. Dass Menschen ehemals verfeindeter Nationen Freundschaften schlossen und Vorbehalte abgebaut werden konnten, ist deshalb auch den Städtepartnerschaften zu verdanken.

Vieles hat sich im Laufe der Jahrzehnte im Bereich der Städtepartnerschaftsarbeit, gerade bei den bürgerschaftlichen Begegnungen verselbständigt. Es gilt jedoch nach wie vor, dass wir im Rahmen der städtepartnerschaftlichen Arbeit voneinander profitieren können. Das gilt für viele Bereiche. Insbesondere Kontakte junger Menschen und das Kennenlernen des Anderen im Rahmen von städtepartnerschaftlichen Begegnungen sind nicht durch Urlaubsreisen und das Internet zu ersetzen.

Macht sich der Konflikt in der Ostukraine in Bezug auf die Städtepartnerschaft in irgendeiner Form bemerkbar?

Nein.

Deutsch-russische Städtepartnerschaften können „große Politik“ auch nicht ersetzen. Nach unserem Verständnis bieten sie während Krisen die Möglichkeit, Brücken der Verständigung zu bilden.

Es gibt viele freundschaftliche Beziehungen zwischen den Menschen in Rostow am Don und Dortmund. Diese ermöglichen und garantieren die Lebendigkeit und Stabilität unserer Städtepartnerschaft.

Haben Sie einen persönlichen Bezug zu Russland?

Ja, wir sind beide schon mehrfach im Zusammenhang mit unserer Arbeit in Rostow am Don gewesen. Wir haben ein ausgesprochen freundschaftliches Verhältnis zu den Kolleginnen und Kollegen vor Ort, die uns mit einem außergewöhnlichen Maß an Herzlichkeit und Gastfreundschaft begegnen, selbst wenn wir längere Zeit nichts voneinander gehört haben.


Jutta Dalka und Andreas Schulz sind Ansprechpartner zum Thema Städtepartnerschaften bei der Stadt Dortmund.

Das Interview führten Maria Khanova und Matthias Mertes.

Ein Europa ohne Russland  – das wäre eine Tragödie

Dieser Mann ist ein Urgestein. Eines, für das man sich Zeit nimmt. Und das mit Freude. Vor allem deswegen, weil man etwas geschenkt bekommt, das es heute kaum noch gibt: Es ist die gefundene Trophäe eines journalistischen Wühlers in Gestalt einer Persönlichkeit, die „was“ zu sagen hat.

Werner Nass ist ein Mann, der in Dortmund Geschichte gemacht hat. Er ist derjenige, der 1989 Gorbatschow nach Dortmund holte. Dass dieser tatsächlich kommen würde, daran glaubte zunächst niemand. Aber als dann der Gorbatschow-Zug Fahrt aufnahm, hatte der Erfolg wie immer, hinterher viele Väter.

Der einzig wirkliche Vater ist jedoch Werner Nass.

Stolz nennt er sein Motto: Diplomatie von unten. „Ich habe immer als Betriebsrat agiert, und genau der Einladung der Arbeiter – dem ist Gorbatschow auch gefolgt.“

Anfang der 80er Jahre, erzählt Nass, war die Welt politischer. „Überall wehte der Hauch von Politik“. Da hätten sie den Politikern gezeigt und gesagt, wo es langgeht. Da waren die Belegschaften genauso auf der Straße wie die Studenten und Bürger. Es ging um viel zu Zeiten des Eisernen Vorhangs.

Immer wieder Thema war der Frieden und mit ihm die Abrüstung, die 1982 in den Nato-Doppelbeschluss mündete. „Da wurden bei uns Raketen stationiert, die dem Friedenswillen entgegenstanden“. Natürlich war er bei der Großdemonstration in Bonn 1983 mit 400.000 Menschen auch dabei. Nass hat sich den Blick über den Tellerrand immer bewahrt. So war er 1983 auch zum ersten Mal in der damaligen Sowjetunion. Man muss sich vorstellen, das war der damalige Feind. Gegen ihn richteten sich all die stationierten Pershing II und Cruise Missiles-Raketen. Die NATO stationierte Waffen gegen den Vorgarten der UdSSR. „Das war nicht richtig, dagegen haben wir damals vehement protestiert.“ Wie viele Kilometer er bei Demonstration gegen die Aufrüstung und für die Entspannungspolitik gelaufen ist, das weiß er nicht mehr.

Es kam dann noch eines hinzu: Er wollte den Blick hinter den Eisernen Vorhang wagen. Getreu dem Motto „100-mal lesen ist gut, 1-mal sehen ist besser“ machte sich Nass 1983 zum ersten Mal auf den Weg. Er wollte sehen und erleben, was sich tatsächlich in der UdSSR abspielte.

Bis heute reist er jedes Jahr nach Russland. Seit über 30 Jahren. „Wir waren und sind immer noch Freunde“. Die Freundschaft hat alles überdauert: UdSSR, Glasnost und Perestrojka und Putin. Diese Freundschaft kann nichts aus der Bahn werfen. Die bleibt.

1987 war er dann zum ersten Mal in einen Stahlkombinat, im zweitgrößten Stahlkonzern in Russland. Jedes Jahr geht die Reise wieder dorthin. Der Gegenbesuch ist immer im Dezember. Der Grund für diesen Zeitpunkt ist einfach und naheliegend: „Die mögen unseren Weihnachtsmarkt so sehr“, erzählt Nass mit einem Lächeln im Gesicht.

Dass es der Betriebsratsvorsitzende war, der es schafft den 1. Mann der Weltmacht Sowjetunion in seinen Betrieb zu holen und nicht die Konzernleitung, ist nicht nur seinem starken und eisernen Willen, sondern auch seiner unermüdlichen Hartnäckigkeit und guten Kontakten zu verdanken. Kurz: Nass war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. 1988 war Helmut Kohl zum Staatsbesuch in Moskau, Nass bekam mit, dass ein Gegenbesuch geplant sei. „Da hatten wir bereits bessere Kontakte, wir waren doch längst im engeren Kreis“. Er nutzte seinen vorhandenen Draht zum Stellvertreter Gorbatschows.

Das sei schon ein bisschen frech gewesen, meint er wieder grinsend, aber schließlich gehöre das zur Diplomatie von unten.

Er selbst ist groß geworden mit der Entspannungspolitik Willy Brandts. „Der Kniefall in Warschau von ihm hat mir schon sehr imponiert“. Man verfolgte die Annäherung in kleinen Schritten, „gegen den erbitterten Widerstand der Konservativen in Deutschland“.

Jetzt sind die Gespräche in Russland schon ein wenig schwieriger geworden. „Ich habe niemanden getroffen, der nicht hinter Putin steht“. Man müsse sich in die russische Seele versetzen. Dieses Volk habe unendlich gelitten. 27 Millionen Menschen ermordet, trotzdem habe er nie Hass gespürt. Natürlich sind sie sehr stolz darauf, dass sie es waren, die die Nazis besiegt haben. Es gibt kein Dorf, in dem die Nazis nicht ihre Blutspuren hinterlassen haben.

Werner Nass folgt einem Weg. Und das ist der des miteinander Sprechens. „Wir dürfen dem russischen Volk nicht das Gesicht nehmen. Die Sanktionen haben nur den Erfolg, dass sie alle enger gegen uns zusammenrücken und zu Putin stehen.“

Für Werner Nass gibt es viele Gemeinsamkeiten zwischen Russen und Deutschen. „In den letzten 200 Jahren gab es mehr gute als schlechte Begegnungen zwischen uns“. Es gäbe ein Ur-Verständnis zwischen den beiden Kulturen, „irgendwie ticken wir gleich oder sehr ähnlich“.

Wie er das Verhältnis in 5 oder 10 Jahren sieht? Tja, Hellseher sei er nicht. Aber hoffen würde er, dass Russland dann in die Wertegemeinschaft Europas eingebunden ist. „Ein Europa ohne Russland – das wäre eine Tragödie“.

Das Interview führte Martina Plum.

Werner Nass

1940            geboren

1954             Ausbildung zum Schmelzschweißer | erst bei Ferrostahl, dann bei Hoesch Westfalenhütte

1959 – 1975 Wechselschicht Breitband Walzwerk

1967           Vertrauensmann

1972            Vorsitzender der Vertrauenskörperleitung

1975            Betriebsrat

1979            Geschäftsführung des Betriebsrates

1987            Betriebsratsvorsitzender, Nachfolger seines Mentors Kurt Schrade

1989            Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates

1996            Vorsitzender des europäischen Betriebsrates

2001            seit 30. Juni im Ruhestand

Als Aufsichtsratsmitglied hat er alle Höhen und Tiefen der Stahlkrise erlebt.

Werner Nass und Michail Gorbatschow (1989). Foto: Franz Luthe

Wir bieten eine Vielfalt an Sprachkursen an:

– regelmäßigen Kurse am Wochenende, vormittags und abends.

– Intensivkurse in den Ferien und am Wochenende für Bildungsurlauber, Schüler, ältere Mitbürger und Sprachinteressenten

– allgemeinbildende Sprachkurse und Prüfungsvorbereitungskurse (Cambridge English Exams und der TELC GmbH)

Der Gemeinsame Europäischer Referenzrahmen für Sprachen (GER) teilt Kenntnisse von Lernern in sechs aufsteigende Niveaustufen ein: A1, A2, B1, B2, C1, und C2.

Eine kurze Beschreibung jeder Stufe finden Sie hier: Wikipedia – Gemeinsamer europäischer Referenzrahmen. Gerne können Sie in unserem Institut einen kostenfreien Einstufungstest in den Sprachen Deutsch, Englisch, Italienisch und Spanisch während unserer Öffnungszeiten ablegen. Bitte planen Sie ca. 30 Minuten dafür ein.

Wenn Sie unsicher sind in welchen Kurs Sie passen, können Sie gerne unentgeltlich zur Probe einen Kurs besuchen bevor Sie sich verbindlich anmelden. Für die Vereinbarung einer Probestunde, sprechen Sie uns bitte an.

Für eine Anmeldung können Sie eine Anmelde-Karte oder den Kurs-Finder auf unserer Homepage nutzen. Zur gegenseitigen Planungssicherheit, bitten wir um eine Anmeldung mindestens 2 Wochen bevor Kursbeginn.

Sobald die Mindestteilnehmerzahl von sieben Anmeldungen erreicht ist, bestätigen wir den Kurs per Email oder SMS. Dies erfolgt spätestens eine Woche vor Kursbeginn. Schülerkurse in den Ferien und Sprachprüfungen (Cambridge English Exams) werden gesondert per Post bestätigt. Wir bitten daher um die korrekte Angabe Ihrer aktuellen Kontaktdaten.

Die ermäßigten Kursgebühren lt. Sprachenprogramm stehen Schülern, Studierenden, Au Pairs, ALRG II Empfängern und Dortmund-Pass-Inhabern zur Verfügung. Bitte reichen Sie hierfür bei der Anmeldung Ihren entsprechenden Ermäßigungsnachweis mit ein.

Die Gebühren für Sprachkurse oder Cambridge English Prüfungen und sind bei Bestätigung oder Teilnahme zu entrichten. Prüfungsgebühren für DaF-Prüfungen sind bei der Anmeldung zu entrichten.

Die Zahlung kann per Überweisung, vor Ort in Bar oder per EC Karte erfolgen. Lastschrift-Einzugsermächtigungen können auf der Rückseite der Anmeldekarte oder im Kurs-Finder auf der Homepage erteilt werden. Unsere Bankverbindung finden Sie im Impressum.

Eine Normalgruppe besteht ab sieben Teilnehmern. Sollte die Teilnehmerzahl bei Kursbeginn geringer sein, kann eine Kleingruppe gebildet werden. In diesem Falle wird mit der Kursgruppe eine Verkürzung der Unterrichtsstundenzahl oder eine anteilige Erhöhung der Kursgebühren abgestimmt. Die entsprechenden Kleingruppenpreise finden Sie in unserem Kurs-Finder auf unserer Homepage.

Jeder Teilnehmer kann sich bis 10 Tage vor Kursbeginn kostenfrei abmelden. Für Teilnehmer der DaF-Intensivkurse (Deutsch als Fremdsprache) gelten die gesonderten Teilnahmebedingungen unter § 8 unser AGBs.

In der Regel findet in den Schulferien oder an Brückentagen kein Unterricht statt.

Alle Teilnehmer erhalten zum Ende des Semesters eine Teilnahmebescheinigung. Um ein externes Zertifikat in Deutsch, Englisch oder Spanisch zu erhalten, können Sie bei uns eine separate Sprachprüfung ablegen.

Wir führen die telc (Deutsch als Fremdsprache), Cambridge English und DELE (Spanisch) Prüfungen durch. Mehr Informationen zu unseren angebotenen Sprachprüfungen.

Ja! Unser Einzelunterricht ist nicht auf den Sprachen im Programm limitiert und wird i.d.R. mit Muttersprachlern durchgeführt. Kontaktieren Sie uns gerne für ein entsprechendes Angebot!

Wenn Sie noch Fragen haben, können Sie uns gerne kontaktieren unter 0231-838 00 0 oder info@auslandsgesellschaft.de

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